Das kleine Feuerwehr-ABC

 

 

Von Angriffstrupp bis Drucklüfter 

 

 

Angriffstrupp:

Er besteht aus zwei bis drei Einsatzkräften und hat im Regelfall die Aufgabe der Brandbekämpfung und der Menschenrettung.

 

Atemschutzgerät:

Man unterscheidet dabei zwischen leichtem Atemschutz, das heißt einer Atemschutzmaske mit Filter der bestimmte Gase, Dämpfe oder Stäube aus der ansonsten ausreichend versorgten Atemluft herausfiltert und dem häufiger verwendeten schwerem Atemschutz, der aus einer Atemschutzmaske. Und einem Pressluftatmer besteht, bei dem die Atemluft (normale Luft, kein reiner Sauerstoff) in einer Druck Flasche mitgeführt wird. Hiermit ist auch der Einsatz in brennenden Gebäuden oder Futtersilos möglich wenn in der Umgebungsluft Sauerstoff fehlt.

 

B-Rohr:

Schlauch (75mm Innendurchmesser) mit Strahlrohr das entweder in Voll- oder Sprühstrahl bis zu 400 Liter Wasser pro Minute abgibt, ohne  Mundstück sogar bis zu 800 Liter. Es  kommt vorwiegend bei Großfeuern im Außenangriff und zum Abschirmen gefährdeter benachbarter Gebäude zum Einsatz.

 

C-Rohr:

Schlauch (42 oder 52 Millimeter Innendurchmesser) mit Strahlrohr, das entweder in Voll-oder Sprühstrahl bis zu 100 Liter Wasser pro Minute abgibt, ohne Mundstücksolar bis zu 200 Liter.

Dies ist das Standartrohr für Löscheinsätze, insbesondere auch in Gebäuden.

 

D-Rohr:

Schlauch (25 Millimeter Innendurchmesser) mit Strahlrohr, das bis zu 25 Liter Wasser pro Minute abgibt, ohne Mundstück bis zu 50 Liter.Es findet Verwendung bei Nachlöscharbeiten in Gebäuden, um den Wasserschaden so klein wie möglich zu halten.

 

Drehleiter(DL/DLK):

Im Landkreis Amberg-Sulzbach sind insgesamt drei Drehleitern stationiert. In Auerbach, Sulzbach-Rosenberg und Hirschau jeweils ein Fahrzeug mit 23 Metern Nennrettungshöhe bei zwölf Meter Abstand zum Objekt.

Diese Leitern, die allesamt über einen Rettungskorb für zwei bis drei Personen verfügen, kommen allesamt auch überörtlich zum Einsatz, wobei sie nicht nur bei Bränden nützlich sind, sondern aufgrund ihrer Ausrüstung beispielsweise auch als "Kran" oder als Beleuchtungsfahrzeug bei Verkehrsunfällen eingesetzt werden können.

 

Drucklüfter:

 

Seit einigen Jahren werden bei Brandeinsätzen immer häufiger Drucklüfter eingesetzt, um den vorgehenden Angriffstrupp freie Sicht zu schaffen und Schäden durch Brandrauch zu verringern oder um beispielsweise Kanäle und Schächte zu belüften. Es gibt verschiedene Ausführungen, die entweder mit Benzin - oder Elektromotoren beziehungsweise mit Wasserturbinen betriebenwerden.

 

 

Von Freiwillige Feuerwehr bis Kreisbrandrat

 


Freiwillige Feuerwehr (FF):

Die Gemeinden haben die Pflichtaufgabe, zur Sicherstellung des Brandschutzes und des technischen Hilfsdienstes Feuerwehren aufzustellen, auszubilden und auszurüsten. Im Regelfall sind dies Freiwillige Feuerwehren, in denen alle Ämter und Aufgaben ehrenamtlich erfüllt werden. Man unterscheidet dabei zwischen der Einrichtung "Freiwillige Feuerwehr" der Gemeinde, in der die aktiven Feuerwehrdienst- leistenden zusammen geschlossen sind und die vom Kommandanten geführt wird, und dem Feuerwehrverein, in dem sowohl die aktiven Mitglieder, die Jugendfeuerwehr als auch die passiven und fördernden Mitgliedern zusammengefasst sind, und der vom Vorstand geleitet wird.

 

Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ):

 

Die Erstalarmierung der Feuerwehren des Landkreises geschieht durch die ständig besetzte Einsatzzentrale der Feuerwache oder der Polizei. Gleichzeitig mit der Anforderung einer Feuerwehr werden ehrenamtliche Aktive Feuerwehrdienstleistende mittels Sirene oder Funkmeldeempfänger ("Piepser") alarmiert.

 

Die FEZ wurde in den letzten Jahren von den ILS abgelöst.

 

Hebekissen:

 

Dies sind spezielle, meistens metallverstärkte Gummi-Luftkissen, mit denen schwere Lasten (Bauteile, LKWs, Eisenbahnwaggons) bis zu 40 und mehr Tonnen Gewicht auch auf weichen Untergrund oder unter sehr beengten Verhältnissen schnell angehoben werden , um beispielsweise eingeklemmte Personen zu befreien.

Integrierte Leitstelle (ILS):

 

Eine Leitstelle (selten auch Einsatzzentrale) leitet den Einsatzbetrieb der zugeordneten Organisationen, nimmt Informationen entgegen, wertet sie aus und koordiniert die angeschlossenen Dienste.

Insbesondere im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge gibt es Leitstellen,

 

 

  • die zur Brandbekämpfung
  • zur Erhaltung bzw. Rettung bedeutender Sachwerte
  • für den Katastrophenschutz
  • im medizinischen und technischen Rettungsdienst,
  • zur Rettung von Menschenleben
  • in Belangen öffentlicher Sicherheit und Ordnung

 

Notrufe entgegennehmen und Rettungsdienst, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei und andere Notfalldienste einsetzen.

 

Sie sind in der Regel rund um die Uhr erreichbar und stehen untereinander mittels Telefon, Funk und mitunter auch Datenleitungen in Verbindung. In ganz Europa ist unter der Notrufnummer 112 ein Ansprechpartner erreichbar, der Hilfe aus den genannten Bereichen vermittelt.

 

Jugendfeuerwehrwart (JFW):

 

Er/Sie ist für die Betreuung und Ausbildung der Jugendgruppe einer Feuerwehr zuständig und vertritt deren Interessen gegenüber der aktiven Mannschaft und dem Vorstand des Feuerwehrvereins. Es handelt sich dabei um einen der verantwortungsvollsten Posten innerhalbder Feuerwehr.

 

Kommandant (Kdt):

 

Er ist der Leiter der aktiven Mannschaft einer Freiwilligen Feuerwehr (im Normalfall nicht des Feuerwehrvereins), er ist gegenüber der Gemeinde für die Ausbildung und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr verantwortlich, berät diese im Einvernehmen mit den Führungskräften des Landkreises im Brandschutzangelegenheiten und ist bei Einsätzen im eigenen Schutzbereich grundsätzlich der Einsatzleiter.

 

Kreisbrandmeister (KBM):

 

Neben einer Vielzahl anderer Aufgaben betreut er ehrenamtlich die Feuerwehren von jeweils zwei bis drei Gemeinden, koordiniert die Zusammenarbeit in diesem Bereich, nimmt Schiedsrichtertätigkeiten bei Leistungsprüfungen wahr und unterstützt die örtlichen Kommandanten im Einsatz .Daneben gibt es auch noch sogenannte Fach- KBM  die Landkreisweit für Spezialaufgaben (z.b. Funk oder EDV ) zuständig sind.

 

Kreisbrandinspektor (KBI):

Neben vieler anderer, vor allem beratenden Tätigkeiten betreut er ehrenamtlich einen der vier Inspektionsbereiche unseres Landkreises, koordiniert die Arbeit der darin zusammengefassten Feuerwehren, nimmt Schiedsrichtertätigkeiten wahr und unterstützt die Einsatzleiter im Bedarfsfall. Bei Großschadenslagen ist er vorbestimmter örtlicher Einsatzleiter.

 

Kreisbrandrat (KBR):

 Höchster Feuerwehrdienstgrad im Landkreis, gewählt von den Kommandanten. Neben vieler anderen Aufgaben berät er das Landratsamt und die Kommunen in Feuerwehrangelegenheiten und im Katastrophenschutz, ist für die Alarmplanung zuständig, berät Architekten im baulichen und vorbeugenden Brandschutz. Auch er übt diese Tätigkeit ehrenamtlich aus.

 

 

Von Löschgruppenfahrzeug bis Wassertrupp  

 

 

Löschgruppenfahrzeug (LF):

Hierbei handelt es sich um ein mit neun Einsatzkräften besetztes Fahrzeug mit einer feuerlösch-technischen Beladung für eine Gruppe, und einer Ausrüstung zur technischen Hilfeleistungen sowie Zusatzbeladungen nach örtlichen Belangen.

Man unterscheidet je nach Pumpenleistung dabei zwei Typen: Das LF 10/6 (einer Pumpe mindestens 1000 Liter pro Minute; und einen Wassertank mit 600, Liter Inhalt, früher als LF 8/6 bezeichnet ) und das LF 20/16 (einer Pumpenleistung von mindestens 2000 Liter pro Minute und einen Wassertankinhalt von 1600 Litern, früher LF 16/12 ). Dieses sind die Standartfahrzeuge für die größeren Feuerwehren einer Gemeinde oder Stadt.

 

Rettungsspreizer:

Seit den 70er Jahren kommen in Deutschland bei Unfällen mit eingeklemmten Personen hydraulische , also mit hohem Öldruck betriebene Rettungsgeräte zum Einsatz. Der Rettungsspreizer dient dabei in erster Linie zum Öffnen verklemmter Türen und zum Auseinander drücken verformter Fahrzeugteile. Rettungszylinder erweitern den mit ihm geschaffenen Raum, und mit dem Schneidgerät ("Rettungsschere") können zum Beispiel Holme und Verstrebungen durchtrennt werden.

 

Schlauchtrupp:

Er besteht normalerweise aus zwei Einsatzkräften und hat die Aufgabe der Bereitstellung von Schlauchleitungen und von anderen weiteren benötigten Geräten.

 

Sprungretter:

Dabei handelt es sich um ein überdimensionales, und in wenigen Augenblicken aufblasbaren Luftkissen, die als letzter Rettungsweg für die vom Feuer eingeschlossene Personen und Einsatzkräfte dienen können. Während für die früher verwendeten Sprungtücher eine Haltemannschaft von 16 Mann notwendig war, reichen jetzt zwei Einsatzkräfte aus, um ein solches Sprungpolster in Stellung zu bringen.

 

Tanklöschfahrzeug (TLF):

Hierbei handelt es sich um ein Fahrzeug mit Wassertank, der zwischen 1800 und 5000 Liter beinhaltet, das mit einer Truppbesatzung (drei Einsatzkräfte) oder einer Staffelbesatzung sechs Einsatzkräfte) und der entsprechenden Ausrüstung ausgestattet ist .Dieses Fahrzeug dient zur Sicherstellung der Wasserversorgung an der Einsatzstelle, vor allem in der ersten Einsatz phase, bis Versorgungsleitungen von Hydranten oder offenen Gewässern aufgebaut sind.

 

Tragkraftspritzenanhänger (TSA):

Kleinstes "Löschfahrzeug", das im Normalfall von einem Traktor gezogen wird und einer Feuerlöschtechnischen Beladung für eine Gruppe das mit einer tragbaren Pumpe (Tragkraftspritze) ausgestattet ist. Oft von Außenstehenden belächelt, hat er im Einsatzfall gegenüber anderen Löschfahrzeugen den großen Vorteil, dass er mit den heute üblichen Traktoren auch in unwegsamen Gelände zum Einsatz gebracht werden kann, und dies auch auf aufgeweichten oder tief verschneiten Wegen.

 

Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF):

Dies ist das Standartfahrzeug der kleineren Ortsfeuerwehren: Es hat sechs Mann Besatzung und ist mit einer feuerlöschtechnischen Beladung für eine Gruppe und einer tragbaren Pumpe (Tragkraftspritze) sowie Zusatzbeladung (z.b. Motorsäge) nach örtlichen Belangen ausgestattet.

Neuere Fahrzeuge können auch über einen Wassertank verfügen. Die Hauptaufgabe im Einsatzfall ist in der Regel die Sicherstellung der Wasserversorgung in Zusammenarbeit mit weiteren Feuerwehren.

 

Wärmebildkamera:

Mit diesem modernen Gerät können auch bei dichtem Rauch oder Dunkelheit vermisste Personen oder Tiere schnell gefunden werden, daneben dient es auch der Ortung von Glutnestern, zum Beispiel in Schalungen oder Fehlböden, die dann gezielt ohne weitere größere Schäden gelöscht werden können.

 

Wassertrupp:

Er besteht normalerweise aus zwei Einsatzkräften und hat die Aufgabe der Sicherstellung der Wasserversorgung sowie der Sicherung der Einsatzstelle